23:15 Bordzeit
Die großen Abenteuer, sie sind bestanden, die Zeit der Abenteurer ist vorüber. Heißt es. Wenn die Entdeckungsreisen zu den Polen der Erde denn Abenteuer waren und nicht einfach Unternehmungen, um Menschen und Tiere auf möglichst grausame Weise in die ewigen Frostgründe zu befördern, dann sind sie als Abenteuer abgehakt. Die Weltkarte mit den weißen Flecken liegt zusammengerollt im Archiv der großen Entdeckungen.
Die Große Eisbarriere, heute nennen wir sie Schelfeiskante: bezwungen.
Viele Menschen haben den geographischen Südpol betreten und besetzt. Die leeren Eis- und Steinflächen, Hügel und Gebirge sind benannt und kartographiert, bis zum letzten Inselchen und Halbinselchen, bis zur kleinsten Bucht oder Felsennase.
Marie Byrd Land und Wilhelm-II.-Land, Sabrina-Küste und Edith Ronne Land, Queen Maud Range und Shepard Island, Beardmore-Gletscher und Axel-Heiberg-Gletscher. Benennungsimperialismus. Felsgesteine und Frostlandschaften heißen nach den Geldgebern der Polarforscher und Abenteurer. Oder nach ihren Monarchen. Oder nach den jeweils aktuellen Freundinnen derer, die als erste das Glück hatten, alle Orkane und Packeisfelder, alle Frosteinbrüche und Eisbergkollisionen auf dem Weg nach terra incognita zu überstehen.
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